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Nasse Ausrüstung nach der Herbsttour richtig verstauen

Nasse Stiefel und Bergeboard liegen getrennt von trockenem Gepäck am offenen Heck eines Geländewagens im Herbst

Lukas Biermann |

Die schönste Herbsttour endet oft mit derselben Frage: Wohin mit nassen Wanderschuhen, schlammigem Bergeequipment und den Sachen, die für die nächste Nacht trocken bleiben sollen? Wenn alles gemeinsam im Kofferraum landet, verteilt sich der Schmutz schnell auf Schlafsack, Kleidung und Küchenbox. Ein kleines Ordnungssystem macht die Rückfahrt angenehmer – und spart zu Hause Zeit beim Ausladen.

Erst sortieren, dann einpacken: drei Bereiche reichen

Trenne deine Ausrüstung bereits am Stellplatz in drei Gruppen: sauber und trocken, nass oder verschmutzt und schweres Bergeequipment. Trockenes Textil gehört in eine eigene Tasche. Schuhe und Handtücher brauchen einen Platz, an dem Schmutz nicht auf andere Dinge übergeht. Bergeboards sollten vor dem Verstauen grob von Erde und Steinen befreit werden. So musst du unterwegs nicht erst den gesamten Kofferraum umräumen, wenn du an trockene Kleidung möchtest.

Die passende Tasche hängt von deinem Fahrzeug und deiner Ausrüstung ab. Ein außen montiertes Reserverad eröffnet andere Möglichkeiten als ein glattes Heck; eine Schuhtasche am Dachzelt setzt geeignete Schienen oder MOLLE-Befestigung voraus. Diese vier Lösungen erfüllen deshalb unterschiedliche Aufgaben – du brauchst nicht automatisch alle vier.

Nasse Schuhe bleiben am Stellplatz draußen

Vor dem Einstieg ins Dachzelt ist der beste Moment, Schlamm an den Schuhen loszuwerden. Die Alu-Cab Mud Bag hält Schuhe und anderes schmutziges Kleinteil während des Camps außerhalb des Schlafbereichs griffbereit. Laut Hersteller lässt sie sich mit den beiliegenden Haltern an geeigneten Cargo-Schienen oder mit ihren Gurten an passenden MOLLE-Panels befestigen; eine Öffnung am Boden lässt Feuchtigkeit ablaufen. Prüfe vor dem Kauf die Befestigung an deinem konkreten Dachzelt oder Panel. Nutze die Tasche am Stellplatz und nimm sie vor der Fahrt ab, sofern die Montage- und Fahrhinweise für dein Setup eine Nutzung während der Fahrt nicht ausdrücklich vorsehen.

Für wen sinnvoll? Für Dachzelt-Camper, die nach einer nassen Wanderung trockene Schlafsachen vom schmutzigen Schuhwerk trennen möchten.

Schmutziges für die Rückfahrt ans Reserverad

Wenn dein Fahrzeug ein außen montiertes Reserverad hat, schafft die ARB Track Pack Serie III einen separaten Stauraum außerhalb der Kabine. ARB beschreibt ein großes Hauptfach sowie Seiten- und Frontfächer und nennt unter anderem schmutziges Bergeequipment, Abfall und nasse Handtücher als Einsatzfälle. Das ist praktisch, wenn feuchte oder schlammige Dinge für die Heimfahrt vom trockenen Gepäck getrennt bleiben sollen.

Prüfe vorab Reserverad, Befestigung, Heckklappenfreiheit sowie die zulässige Belastung deines Trägers. Packe keine losen, scharfkantigen Gegenstände hinein und kontrolliere den Sitz der Tasche vor der Abfahrt und bei Pausen. Für Fahrzeuge ohne außen montiertes Reserverad ist diese Lösung nicht vorgesehen.

Bergeboards bekommen ihre eigene Hülle

Wer TRED PRO Bergeboards nutzt, kennt das Problem: Nach dem Einsatz hängen Erde und Sand an der profilierten Oberfläche. Die ARB TRED PRO Tragetasche ist für diese Boards ausgelegt und trennt sie beim Transport von anderem Gepäck. Sie ist keine allgemeine Passformzusage für MAXTRAX oder andere Bergeboards. Prüfe die Modellbezeichnung deiner Boards, bevor du bestellst.

Schlage die Boards nicht mit dickem Schlamm ein: Entferne zunächst grobe Rückstände, lasse Wasser abtropfen und reinige Tasche und Boards nach der Tour. Eine Transporthülle ersetzt kein Trocknen. Werden die Boards im Fahrzeug verstaut, sichere sie so, dass sie beim Bremsen nicht verrutschen können.

Trockenes Gepäck bewusst schützen

Bei all den nassen Dingen wird leicht übersehen, was trocken bleiben soll. Die ARB Stormproof Bag Medium bietet laut ARB 70 Liter Volumen, verschweißte Nähte und einen Rollverschluss. Sie eignet sich als separate Tasche für Kleidung, Schlafsachen oder andere saubere Ausrüstung, die du gegen Regen und Schmutz abschirmen möchtest. Verschließe den Rolltop wie vorgesehen und sichere die Tasche im Fahrzeug gegen Verrutschen.

Für klatschnasse Textilien ist eine möglichst dichte Tasche nur eine kurzfristige Transportlösung: Öffne sie nach der Ankunft, nimm den Inhalt heraus und trockne ihn vollständig. So bleibt die saubere Tasche auch bei der nächsten Tour wirklich für sauberes Gepäck nutzbar.

Fünf Minuten vor der Abfahrt

  1. Schmutz abstreifen: Schuhe und Boards grob reinigen. Das senkt die Menge an Schlamm, die du später aus Taschen und Kofferraum holen musst.
  2. Feuchtes getrennt halten: Schuhe und Handtücher nicht zu Schlafsack oder Wechselkleidung legen. Sehr nasse Stücke möglichst abtropfen lassen.
  3. Befestigung prüfen: Außen montierte Taschen nur an den dafür geeigneten Punkten anbringen; Gurtführung, Freigängigkeit und sicheren Sitz prüfen.
  4. Im Auto sichern: Schwere Ausrüstung möglichst tief und dicht an einer festen Begrenzung verstauen. Taschen und Boards gegen Verrutschen sichern. Warum das zählt, erklärt auch der ADAC zur Ladungssicherung.
  5. Zu Hause auspacken: Nasse Inhalte und die benutzten Taschen öffnen, reinigen und vollständig trocknen lassen, bevor sie wieder eingelagert werden.

Welche Tasche passt zu deinem Setup?

Beginne bei deinem häufigsten Problem: Landen Schuhe regelmäßig im Dachzelt, prüfe zuerst die Mud Bag und ihre Befestigung. Stören schmutzige Dinge im Fahrzeuginneren und sitzt außen ein Reserverad, ist das Track Pack die passendere Wahl. Für TRED PRO Boards ist die spezielle Tragetasche gedacht. Soll vor allem die Wechselkleidung sauber und trocken bleiben, starte mit der Stormproof Bag Medium.

Für die übrige Tourenplanung lies auch, wie du den Dachträger im Herbst richtig belädst und dein Dachzelt auf Regen und kühlere Nächte vorbereitest.

Mach die nächste Rückfahrt leichter: Wähle jetzt die Tasche, die zu deinem Fahrzeug, deinen Befestigungspunkten und deiner tatsächlich genutzten Ausrüstung passt – und lege für saubere und nasse Dinge vor der nächsten Tour feste Plätze fest.