Ein Wochenende im Herbst: Die Regenjacken sind griffbereit, das Campgepäck ist gepackt und auf dem Dachträger soll noch eine zusätzliche Tasche mitfahren. Bevor du zum Gurt greifst, lohnt sich eine andere Frage: Welche Dachlast ist für dein Fahrzeug erlaubt und welche Befestigung passt überhaupt zu deinem Trägersystem?
Rhino Rack Pioneer, Rhino Heavy Duty und ARB BASE Rack verwenden unterschiedliche Befestigungen. Ein Zurrpunkt oder Gurt kann gut verarbeitet sein und trotzdem für deinen Träger die falsche Wahl sein. Dieser Ratgeber hilft dir, die passenden Komponenten auszuwählen und typische Fehler vor der Herbsttour zu vermeiden.
Vor dem Kauf: Dachlast und Gepäck prüfen
Die zulässige Dachlast während der Fahrt steht in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs. Hinzu kommen die Grenzen des Trägersystems. Bei der Rechnung zählen auch das Eigengewicht des Trägers und gegebenenfalls ein bereits montiertes Dachzelt mit. Maßgeblich ist die jeweils niedrigere zulässige Grenze. Der ADAC erklärt die Dachlast und weist darauf hin, dass saugfähiges Gepäck durch Regen zusätzlich schwerer werden kann.
Packe nur Gepäck aufs Dach, für das nach dieser Prüfung noch ausreichend Spielraum bleibt. Wähle eine geeignete, gegen Wetter geschützte Verpackung; ein Zurrgurt macht eine Tasche nicht wasserdicht. Wenn du erst einen Träger auswählst, beginne mit unserem Ratgeber zum passenden Dachträger von ARB oder Rhino Rack.
Mit Dachzelt unterwegs? Verwechsle die Belastung im Stand nicht mit der zulässigen Dachlast während der Fahrt. Auch wenn im geparkten Dachzelt Personen schlafen können, muss das Gewicht von Zelt, Träger und zusätzlicher Ladung für die Fahrt zu den Vorgaben deines Fahrzeugs passen. Wenn dafür kein Platz oder Gewichtsspielraum bleibt, gehört weiteres Gepäck nicht aufs Dach.
ARB BASE Rack: Gurte mit systemeigenen Befestigungen
Für ein vorhandenes ARB BASE Rack sind die ARB BASE Rack Spanngurte eine naheliegende Wahl. Das Set enthält zwei 3-Meter-Gurte mit BASE-Rack-Befestigungsklammern. Die Befestigung gehört also zum Gurtset; du brauchst die separat angebotenen Zurrösen nicht als Voraussetzung für diese Gurte.
Wenn du zusätzliche Anschlagpunkte für deinen Aufbau benötigst, prüfe die ARB BASE Rack Zurrösen mit Federspanner im Zweier-Set. Auch sie sind für das BASE-Rack-System gedacht. Entscheide anhand von Art, Form und Lage deiner Ladung, ob ergänzende Zurrpunkte sinnvoll sind, und beachte die Montageanleitung.
Passt zu dir, wenn: Du bereits ein ARB BASE Rack besitzt und Befestigungen möchtest, die ausdrücklich für dieses System beschrieben sind. Prüfe vor dem Kauf die genaue Ausführung deines Trägers und die Anforderungen deiner Ladung.
Rhino Rack Pioneer oder Reconn: passende Zurrpunkte zuerst
Bei einer Rhino Rack Pioneer Plattform oder einem Reconn Deck kannst du mit den Rhino Rack Zwifloc Ringschrauben geeignete Anschlagpunkte schaffen. Das Set umfasst vier Ringschrauben. Laut Hersteller ist die Zwifloc-Befestigung für Pioneer und Reconn vorgesehen. Bei Vortex-Trägern werden stattdessen die mitgelieferten Vortex-spezifischen Muttern benötigt; die Zwifloc-Befestigung selbst ist dort nicht die Lösung.
Die Ringschrauben sind Zurrpunkte, keine Gurte. Wähle den dazu passenden Gurt erst nach Prüfung von Hakenform, Befestigung und zulässiger Belastung. Setze nicht voraus, dass sich Zubehör unterschiedlicher Rhino-Rack-Systeme automatisch kombinieren lässt. Mehr zum Aufbau einer Pioneer Plattform findest du in unserem Pioneer-Ratgeber.
Rhino Rack Heavy Duty: ein Gurt für den passenden Träger
Für Rhino-Rack-Heavy-Duty-Träger führt der Shop den Rhino Rack Zurrgurt RRG1. Es handelt sich um einen 3-Meter-Ratschengurt mit zwei Haken; der Hersteller weist ihn für HD-Bar-Anwendungen aus. Prüfe die konkrete Befestigung am vorhandenen Träger und die Herstellerangaben zur zulässigen Nutzung, bevor du Ladung damit sicherst.
Dieser Gurt ist keine pauschale Ergänzung zu den oben genannten Zwifloc-Ringschrauben für Pioneer oder Reconn. Wer ein anderes Trägersystem fährt, sollte die Kompatibilität gezielt klären, statt allein nach der Marke Rhino Rack zu entscheiden.
Fünf Kontrollen vor jeder Fahrt
- Lastgrenzen: Fahrzeug, Träger und weitere Dachaufbauten gemeinsam berücksichtigen. Nasses Gepäck kann schwerer sein als beim Packen.
- Passform: Nur Zurrpunkte und Befestigungen verwenden, die für das eigene Trägersystem und die Ladung geeignet sind.
- Zustand: Gurte, Haken und Anschlagpunkte auf Beschädigung und korrekte Montage prüfen.
- Lose Enden: Überstehende Gurtenden und Abdeckungen so sichern, dass während der Fahrt nichts flattert oder sich lösen kann.
- Nachkontrolle: Nach dem Losfahren und bei Pausen prüfen, ob Ladung und Befestigungen weiterhin fest sitzen.
In Deutschland verlangt § 22 der Straßenverkehrs-Ordnung, dass Ladung auch bei starken Brems- oder Ausweichbewegungen gesichert bleibt. Zubehör allein erfüllt diese Pflicht nicht: Entscheidend sind die richtige Auswahl, Montage und Anwendung für dein Fahrzeug und deine Ladung.
Wähle jetzt die Befestigung für deinen Träger: Für ein ARB BASE Rack sieh dir die passenden Spanngurte und bei Bedarf die zusätzlichen Zurrösen an. Für Rhino Pioneer oder Reconn prüfe die Zwifloc Ringschrauben; für ein Rhino Heavy Duty Setup den RRG1 Zurrgurt. Wenn Träger oder Lastgrenze noch unklar sind, kläre diese beiden Punkte zuerst – dann kaufst du Zubehör, das zu deinem Fahrzeug passt.